Frankenprey
Barf für Katzen - fast ohne Supplemente

Erklärung

Frankenprey ist eine Variante des BARFs (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter), die neben den natürlichen Bestandteilen eines Beutetiers nahezu ohne Supplemente auskommt.
Der Name "Frankenprey" leitet sich dabei von Frankensteins Monster ab, das ebenfalls aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt wurde.

Ziel ist es, das Beutetier in seinen Bestandteilen Fleisch, Fett, Knochen und Innereien so "nachzubauen", dass es täglich eine ausgewogene Ration ergibt - es ist also notwendig, dass die Katze all diese Bestandteile auch in ihrem Futter akzeptiert. 
Das Einzige, das dem Futter hinzugefügt werden muss, ist Fisch- bzw. Lachsöl (enthält viel Omega3), da das Fettsäurenverhältnis (Omega3:Omega6) in Mastfleisch aus dem Gleichgewicht geraten ist und es mit Hilfe des Öls wieder korrigiert werden kann.
Außerdem wird darauf geachtet, möglichst viel stückiges, rotes Fleisch oder Pute zu verfüttern, da diese Sorten viel Taurin enthalten. In Kombination mit einem hohen Herzanteil im Futter (Putenherz und Hühnerherz enthalten am meisten Taurin) kann so der Taurinbedarf gedeckt werden. Dazu sollten etwa ein Drittel bis zur Hälfte des Muskelfleischanteils aus Herz bestehen. Stückiges Fleisch zu verwenden und Gewolftes zu vermeiden ist wichtig, da Taurin wasserlöslich ist und bei größerer Oberfläche des Fleisches automatisch mehr Taurin verloren geht.

Der Fettgehalt des Futters wird an den Fettgehalt der Maus mit 7-10% angelehnt. Da Katzen primär aus Fett ihre Energie beziehen, sollte er in der Regel bei 10% liegen - bei Bedarf kann es auch mehr sein. Um den Fettgehalt zu erreichen, sollte Fleisch immer durchwachsen und Geflügel mit Haut gekauft werden. Wenn dies nicht möglich ist, können Fettabschnitte als Fettlieferant verwendet werden (Geflügelhaut enthält nur 35% Fett und ein besonders schlechtes Fettsäurenverhältnis. Schmalz ist als Ersatz geeignet, entspricht als erhitztes Fett aber nicht dem Ziel der Rohfütterung).
 

Als Richtwert zur Orientierung für die tägliche Futtermenge gelten 3-4% bzw. 25-40g/kg Katze (Optimalgewicht).
Die Zusammensetzung des Futters für Katzen richtet sich nach den Anteilen 85/5/10 bzw 83/7/10 - also 85-83% Muskelfleisch (inkl 10% Fett und 1/3-1/2 Herz), 5-7% reiner (!) Knochen und 10% Innereien, wovon eine Hälfte aus Leber und die andere Hälfte aus anderen Innereien wie Niere, Milz, Hirn, Hoden oder Bries besteht.

Falls die Katze Ballaststoffe (bevorzugt Federn/Fell, alternativ Gemüse) zum besseren Kotabsatz benötigt, können diese mit bis zu 5% zum Futter gegeben werden - diese 5% werden vom Muskelfleisch abgezogen.


Grundgerüst (zu je 1kg Futter):

760g Fleisch (inkl. 10% Fett, 1/3-1/2 bestehend aus Herz)
140g Hühnerhälse (Hühnerhälse bestehen etwa zur Hälfte aus Fleisch, daher braucht man 14% Hälse um auf 7% reinen Knochen zu kommen)
100g Innereien (die Hälfte Leber, die andere Hälfte Innereien)

710g Fleisch (inkl. 10% Fett, 1/3-1/2 bestehend aus Herz)
140g Hühnerhälse (Hühnerhälse bestehen etwa zur Hälfte aus Fleisch, daher braucht man 14% Hälse um auf 7% reinen Knochen zu kommen)
100g Innereien (die Hälfte Leber, die andere Hälfte Innereien)
50g Ballaststoffe (bevorzugt Federn/Fell, alternativ Gemüse)

Das muss außerdem in's Futter:
1g Lachsöl muss je kg Futter hinzugegeben werden.

Das kann im Optimalfall in's Futter:
50g Blut sollten je kg Futter für die optimale Versorgung mit Nährstoffen wie Eisen hinzugefügt werden. Diese 50g kommen "on Top" - ein 1000g-Rezept mit Blut wiegt also 1050g.


Ganze Beutetiere, Fisch oder Eigelb bieten sich als Abwechslung an, denn wie auch beim Barfen mit Supplementen ist es die Abwechslung die Ausgewogenheit bringt.
Wer also dafür Sorge trägt, eine größtmögliche Vielfalt an Fleisch, Herz, Fett, Knochen und Innereien verschiedener Tiere zu verwenden, bringt nicht nur Abwechslung für die Geschmacksnerven der Katze, sondern auch Ausgewogenheit in den Napf.